Radtour an der ICE-Trasse

Partei hält Strecke durch Vogelschutzgebiete für möglich. Bergsträßer Anzeiger 18. September 2009

Radtour Die Grünen aus Lorsch und Lampertheim haben mit einer gemeinsamen Radtour entlang der von der Bahn derzeit favorisierten ICE-Trasse (C-Variante) auf den Protest der Bürger in beiden Städten aufmerksam gemacht. Ziel der Tour war es auch, die Interessen abzugleichen, um eine gemeinsame Sprache bei den kommenden Auseinandersetzungen über die optimale Streckenführung zu sprechen.

Mit unter den Interessierten war neben dem grünen Bergsträßer Bundestagskandidaten Christian Gerber aus Einhausen auch die Lampertheimer Bürgerinitiative BILA, vertreten durch Dekan Karl Hans Geil und Stadtverordneten Dieter Melchior, die mittlerweile ebenfalls fast 10 000 Unterschriften gegen die Trasse gesammelt hat.

Los ging es in Lorsch am Gelände der Olympia, wo die Stadtverordneten Hans Hilsdorf und Dieter Angermann im Namen der Lorscher Grünen die Teilnehmer begrüßten. In Neuschloss war Endpunkt der Exkursion.

Gerber und Geil waren sich mit den Lorschern einig, dass eine Zerschneidung des Waldes in zwei Hälften nicht hinnehmbar sei.

Wie aber hält es die Umweltpartei mit den Naturschutzgebieten, die die von der Region bevorzugte Streckenführung entlang der Autobahn 67 zerstören würde?

Melchior setzte dagegen, dass die schützenswerten Vogelarten wie zum Beispiel Neuntöter, Wiedehopf und Heidelerche ihren Lebensraum gar nicht in dem betroffenen Gebiet haben, sondern die Flächen mit Sandmagerrasen bevorzugen, die weiter nordwestlich sind. Hier sei mit geringem finanziellen Aufwand ein Ausgleich durch eine Bodenveränderung möglich.

Dieter Angermann erinnerte daran, dass eine Trasse bei Lorsch an der westlichen Seite der A 67 verlaufen sollte. Östlich würde sie für Lorsch einen „Super-GAU“ bedeuten. Selbstverständlich müsste die Streckenführung ausreichend untertunnelt realisiert werden. sto/sch