Gespräche mit Kandidaten laufen

Bürgermeisterwahl: Auch Lorscher Grüne bereiten sich auf Entscheidung am 27. März im nächsten Jahr vor
Aus Starkenburger Echo

In gut acht Monaten, am 27. März 2011, wird ein neuer Lorscher Bürgermeister gewählt. Wem die rund 10 000 Wahlberechtigten ihre Stimme geben könnten, ist zwar noch unklar. Denn noch hat kein Bewerber sein Interesse an dem Job öffentlich gemacht.

Dass es keinen Nachfolger für Bürgermeister Klaus Jäger geben wird, ist trotzdem nicht zu befürchten. Derzeit ist davon auszugehen, dass sogar mehr als nur ein Kandidat ins Rennen gehen wird. Dafür wollen sich zumindest die Lorscher Grünen nach eigener Aussage stark machen.

Auch die Bürgermeisterwahl war jedenfalls ein Thema, als sich Kommunalpolitiker und Mitglieder der Grünen jetzt zur Vorbereitung der Kommunalwahl trafen, die zeitgleich für den 27. März terminiert ist. Und in der Runde hieß es: ,,Die Lorscher sollen eine echte Wahl haben.“

Wen die Grünen den Lorschern für die Direktwahl empfehlen wollen, ist noch offen. Mit Namen wurde beim Vorbereitungstreffen noch nicht herausgerückt – auch deshalb, weil sich ein Kandidat, mit dem man im Gespräch sei, noch Bedenkzeit erbeten habe, erklärte Grünen-Sprecher Wim Roukens. Bei dem Mann, den man für diese Aufgabe im Auge habe, handle es sich um einen Politiker mit Verwaltungserfahrung aus Baden-Württemberg.

Zu früh in die Öffentlichkeit zu treten sei ungeschickt, war sich die Runde einig. ,,Die Grünen aber sind immer für eine Überraschung gut“, erinnerte Stadträtin Anne Metz-Denefleh erfreut an die vergangene Bürgermeisterwahl. Mit der zunächst nicht erwarteten Nominierung eines eigenen Kandidaten – der Unternehmer Thilo Figaj trat an – hatte die Ökopartei 2005 dafür gesorgt, dass Klaus Jäger plötzlich einen Konkurrenten erhielt.

Der damals einzige Gegenkandidat hatte die Wiederwahl des Amtschefs zwar nicht gefährdet, ihm aber fast 30 Prozent der Stimmen abgeluchst.

Jetzt hätte der Grüne – weil er nicht mehr gegen einen Amtsinhaber anlaufen müsste – vielleicht bessere Aussichten auf Erfolg. Vor und nach seiner Niederlage hatte Figaj allerdings auf Nachfrage immer wieder erklärt, nicht noch einmal antreten zu wollen.

Abgeschlossen ist die Kandidatensuche noch nicht. Schließlich bleibt bis Mitte Januar Zeit, Wahlvorschläge einzureichen. Für das Wahldatum im März – möglich wäre auch ein Termin zum Jahresende 2010 gewesen – hätten sich die Grünen bewusst auch deshalb eingesetzt, um in Ruhe nach geeigneten Bewerbern Ausschau halten zu können, erinnerte Figaj. Einig waren sich die Teilnehmer des Vorbereitungstreffens in der Auffassung, dass ihr Bewerber zwar grüne Inhalte vertreten sollte, aber nicht zwangsläufig Parteimitglied sein muss. Und dass Verwaltungserfahrung und – vor allem angesichts der angespannten Finanzlage – betriebswirtschaftliche Kenntnisse vorteilhaft seien.

Meldete sich eine Frau, dann würden ihr bei den Grünen gute Chancen eingeräumt. Satzungsgemäß würde eine weibliche Bürgermeisterkandidatin bei der Ökopartei bevorzugt unterstützt werden, wenn sie vergleichbar gute Qualitäten wie ein männlicher Bewerber mitbringt.

Vorstellbar ist für die Grünen auch, dass sie gemeinsam mit einer anderen Lorscher Partei einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl empfehlen – solange insgesamt mindestens zwei Personen um die Stimmen der Lorscher kämpfen.

Um ein attraktives Programm für die Kommunalwahl anbieten zu können, wurden in der Vorbereitungsrunde jetzt Arbeitsgruppen gebildet, die die Gestaltung übernehmen.

Um Anregungen von Bürgern berücksichtigen zu können, soll zu ,,Bürgersprechstunden“ eingeladen werden. Zudem wurde vereinbart, öffentliche Veranstaltungen zu aktuellen Lorsch-Themen anzubieten. Lorscher, die Interesse an der kommunalpolitischen Weiterentwicklung der Stadt mit grünen Ideen haben, seien ,,jederzeit willkommen“, betonte die Runde.